Wirbelsäulenprobleme – Wie man eine OP umgehen kann
Eine Operation ist oft nicht der einzige Ausweg bei Wirbelsäulenproblemen. Wer die Ursachen versteht und aktiv gegensteuert, hat große Chancen, dauerhaft schmerzfrei zu werden. Der wichtigste Schritt: Muskeln aufbauen – besonders den Rückenstrecker.
Denn nur eine starke Muskulatur entlastet die Bandscheiben und sorgt für Stabilität. Bewegung ist also keine Option, sondern die beste „Medizin“ gegen eine drohende OP.
Rückenschmerzen gehören heute zu den häufigsten Beschwerden. Vor allem Probleme mit der Wirbelsäule, wie Bandscheibenvorfälle, nehmen stetig zu. Viele Betroffene fürchten sich vor einer Operation – und tatsächlich lässt sich ein großer Teil der Eingriffe vermeiden, wenn frühzeitig die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.
Ursachen für Bandscheibenvorfälle
Die Bandscheiben wirken wie kleine Stoßdämpfer zwischen den Wirbeln. Sie bestehen aus einem weichen Kern, der von einem festen Faserring umgeben ist. Durch Fehlhaltungen, Bewegungsmangel, Übergewicht oder jahrelange Überlastung kann dieser Ring reißen und der innere Kern austreten – es kommt zum Bandscheibenvorfall.
Besonders häufige Ursachen sind:
Dauerhafte Fehlhaltungen im Büroalltag (stundenlanges Sitzen)
Zu wenig Bewegung und fehlender Ausgleich durch Sport
Schwache Rückenmuskulatur, die die Wirbelsäule nicht ausreichend stabilisiert
Plötzliche Belastungen (z. B. schweres Heben ohne richtige Technik)
Alterungsprozesse, bei denen die Bandscheiben ihre Elastizität verlieren
Gängige Therapien bei Wirbelsäulenproblemen
Ärzte versuchen in der Regel, Operationen zu vermeiden und setzen zuerst auf konservative Behandlungen:
Schmerztherapie (Medikamente, Infiltrationen)
Physiotherapie (Mobilisation, Dehnung, Kräftigung)
Manuelle Therapie oder chiropraktische Maßnahmen
Wärme- und Kältebehandlungen
Ruhigstellung in akuten Phasen, jedoch keine langfristige Schonung
Gezielte Bewegungstherapie zur Wiederherstellung der Stabilität
Studien zeigen: In rund 80–90 % der Fälle kann ein Bandscheibenvorfall ohne Operation behandelt werden, wenn Patient:innen aktiv mitarbeiten.
Die entscheidende Rolle des Muskelaufbaus
Ein zentraler Punkt, der oft unterschätzt wird: Die Muskulatur ist der beste Schutzschild für die Wirbelsäule.
Viele Patienten vernachlässigen den gezielten Muskelaufbau. Doch genau das ist der Schlüssel, um Rückfälle zu verhindern und eine OP überflüssig zu machen.
Besonders wichtig ist dabei der Rückenstrecker (Musculus erector spinae). Dieser Muskel zieht sich entlang der gesamten Wirbelsäule und sorgt dafür, dass wir aufrecht stehen und die Wirbelkörper stabilisiert werden. Ist er schwach, lastet die gesamte Belastung direkt auf Bandscheiben und Wirbelgelenken – ein sicherer Weg in chronische Schmerzen oder erneute Vorfälle.
Wie man gezielt aufbauen kann
Krafttraining unter Anleitung (z. B. mit Geräten oder Eigengewicht)
Funktionelles Training wie Planks, Superman-Übungen oder Kreuzheben (angepasst an die individuelle Situation)
Regelmäßigkeit: 2–3 Einheiten pro Woche sind effektiver als unregelmäßige Phasen
Langfristigkeit: Muskelaufbau ist kein kurzfristiges Projekt, sondern ein dauerhafter Prozess
Ergänzend Dehnung und Mobilität, um ein gesundes Gleichgewicht zwischen Kraft und Beweglichkeit zu schaffen

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